Geschichte

Fondation Geschichte
Als am 6. April 1955 die „Association des Aveugles du Luxembourg„ nach dem Vorbild ausländischer Vereinigungen von einer Handvoll Enthusiasten gegründet wurde,
ahnte wohl niemand, welche Entwicklung die Vereinigung nehmen würde.



Die ersten Jahre

Die Jahre bis 1964 sind unter den Präsidenten Weiler Pierre, Berscheid Jean-Pierre und Hermann Yvonne durch Aufbau und Festigung der jungen Vereinigung gekennzeichnet, die zu der Zeit allgemeinen Bekanntheitsgrad erlangt.

Von 1964 bis 1984 wird die Vereinigung von Herrn Schuller Léon geleitet, der die Weichen für die nächsten Jahre stellt und größere bauliche Vorhaben in die Tat umsetzt.

Das Jahr 1968 gilt als wichtiges Datum in der Geschichte der Vereinigung: In diesem Jahr erfolgt die Schenkung des „Weißen Schlösschens” von Berschbach, mit einem 5,5 ha großen Gelände durch Frau Herta Winandy. Hier werden in Zukunft alle Aktivitäten und Bauvorhaben stattfinden.

In Bonneweg wird 1970 ein Bürogebäude als Sitz der Vereinigung in Betrieb genommen.

Die Aktivitäten der Vereinigung werden 1970 durch eine Tonbandbibliothek ergänzt, welche später auf Cassetten umgestellt wird und heute über rund 5.700 Titel verfügt, die seit einigen Jahren komplett in digitalisierter Form auf CD oder SD-Karte vorliegen.

Auf Initiative der Blindenvereinigung kommt es 1971 zur Einführung der Blindenzulage, die 1979 in eine Schwerstbehindertenzulage ausgedehnt wird.

Nach Umbauarbeiten ziehen 1972 13 Erblindete in das  »Weiße Schlösschen“, das allerdings im Jahr 1974 durch einen Brand zerstört wird und 1975 wieder bezugsfertig ist.

Im Jahr 1976 erfolgt die Einweihung einer ersten Vergrößerung des Blindenheims, mit 43 Zimmern. Das Haus ist dazu bestimmt, Blinden aus dem In- und Ausland als Ferien- und Wohnheim zu dienen, und trägt den Namen „Internationales Blindenwohn- ¬und Ferienheim”. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Blindenvereinigung 21 Mitarbeiter.


Die Ausbaujahre

Herr Hoffmann Roger übernimmt 1984 das Amt des Vorsitzenden und führt die Geschicke der Vereinigung während der nächsten Jahrzehnte.
Im selben Jahr erfolgt wegen abnehmender Zahl an Feriengästen eine Änderung der Bestimmung des Heimes in ein Altenheim für Blinde. 

Aus praktischen Gründen wird 1985 der Sitz der Vereinigung  von Bonneweg nach Berschbach verlegt und es erfolgt eine entsprechende Änderung der Statuten. Ein Jahr später wird das Bonneweger Gebäude an das Familienministerium verkauft.

Wegen der rasch steigenden Nachfrage an Wohnplätzen kommt es 1988 zur Einweihung einer zweiten Vergrößerung des Blindenheimes mit zusätzlichen 42 Zimmern.

Um sich dem gestiegenen Arbeitsvolumen anzupassen, wird  1988 der Vorstand auf 11 Mitglieder erweitert, wovon 4 sehende Personen sein müssen.

Ein neuer Aktivitätsbereich stellt die blindenspezifische Betreuung der Mitglieder zu Hause dar, und so wird 1990 zu diesem Zweck  ein ambulanter Dienst geschaffen.

Ab 1991 bedingt der sehr schnelle Zuwachs der Pflegebedürftigkeit der Bewohner des Blindenheims den kontinuierlichen Ausbau der Personalstruktur, vor allem an qualifiziertem Pflegepersonal.

Der ambulante Betreuungsdienst erweitert sein Angebot und trägt seit 1991 die Bezeichnung „BBF – Berodung, Betreiung a Fräizäit“  Die Mitarbeiterzahl wird auf 7 erhöht. Diese Dienststelle versorgt die Betroffenen mit Hilfsmitteln wie weiße Stöcke, sprechende Uhren und vieles mehr, und stellt die Verbindung zur Zentrale in Berschbach her. 1992 erfolgt die Gründung einer Jugendgruppe mit eigener Zielsetzung.

Die räumlichen und strukturellen Gegebenheiten des Blannenheems stoßen  an ihre Grenzen und ab 1996 beginnen die ersten Planungen für einen weiteren Neubau. 1998 beginnen die  Bauarbeiten und 2001 erfolgt die Eröffnung des neuen Blindenheims mit 99 Zimmern in Berschbach. Das Heim ist so eingerichtet, dass auch vollpflegebedürftige Bewohner unter optimalen Bedingungen hier wohnen können.


Die Erweiterung der Tätigkeiten

Nach Änderung der Gesetzgebung im Jahr 2003, betreffend die behinderten Mitbürger, wird im Folgejahr unter dem Namen „Bieschbécher Aelier“ eine Behindertenwerkstätte gegründet. Weil die im Blannenheem zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten schnell zu klein sind, erfolgt 2008 ein Neubau neben dem Blannenheem. 6 Mitarbeiter betreuen 30 junge Blinde und Behinderte welche in 3 verschiedenen Bereichen arbeiten: Garten, Dekoration und Auftragsarbeiten

Im November 2007 kommt es aus Gründen der Darstellung in der Öffentlichkeit zu einer Änderung des juristischen Statuts und aus der „asbl“ wird die „Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung“.

Im selben Jahr kommt es entsprechend der Zielsetzung des betreuten Wohnens zur Eröffnung eines weiteren Baus mit 33 Eigentumswohnungen. Um den Namen unserer Gönnerin zu ehren, trägt dieser neue Teil des Blannenheems den Namen „Résidence Hertha Winandy“.

Die neue Gesetzgebung betreffend die Kinderbetreuung ebnet den Weg für eine ganz andere Aktivität der „Blannevereenegung“: Im Jahr 2009 wird im Blannenheem die Kindertagesstätte „Maison Relais Bieschbéch“ eingerichtet welche die Kinder des Personals und der Nachbarschaft  betreut. Die Kinder bis zum Alter von 4 Jahren sind voll ins Heimleben integriert und sind durch ein intergenerationelles Konzept eine Bereicherung für die Einrichtung.

Infolge einer internen Neuorganisation wird im Jahr 2012 eine erneute Statutenänderung vorgenommen, die der neuen Situation Rechnung trägt. Im Zuge der Arbeitsaufteilung übernimmt Herr Paul Ensch den Vorsitz, und Herr Roger Hoffmann die Direktion der „Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung“.


BETREIT WUNNEN  –  Logement semi-autonome

Nach 2 Jahren Bauzeit sind nun auch die Arbeiten am letzten großen Projekt abgeschlossen. Am 25 September 2015 erfolgt die Einweihung einer 12 Wohnungen umfassenden Struktur des betreuten Wohnens (logement semi-autonome) für jüngere Blinde und Sehbehinderte.

Im Zuge der Diversifizierung ihres Angebotes konnte die Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung nun ein weiteres Projekt in die Tat umsetzen.
Seit 3 Monaten steht dieser moderne Bau neben dem Blannenheem zur Verfügung und bietet in 12 funktionalen und komfortablen  Wohnungen ein neues Zuhause für jüngere blinde und sehbehinderte Menschen.

Eigene Wohnung – und doch nicht allein!

Ein  qualifiziertes multidisziplinäres Team betreut die Bewohner und steht ihnen bei Bedarf beratend und unterstützend zur Seite.
Nicht nur die Selbständigkeit in der eigenen Wohnung wird gefördert, sondern auch das Gemeinschaftsleben in der Gruppe, in einem großzügig ausgestatteten Raum oder bei kulturellen und  Freizeitaktivitäten außerhalb der  Institution.
Im Einzelfall können die Bewohner ebenfalls verschiedene Dienstleistungen des Blannenheems in Anspruch nehmen.


In den vergangenen 6 Jahrzehnten hat sich die „Blannevereenegung“ von der kleinen Selbsthilfegruppe als Interessenvertreter zum großen Dienstleistungsunternehmen entwickelt, das zurzeit rund 290 Mitarbeiter beschäftigt und als gemeinnützige Einrichtung in verschiedenen Bereichen des Sozialwesens mit großem Erfolg aktiv ist.


Chronik


6. April 1955: Wie bereits erwähnt, Gründung der Luxemburger Blindenvereinigung durch folgende Personen Scheck Pierre, Noesen Jean, Metzler Marcel, Weiler Pierre, Becker Jos, Hornick Margot, Heirens Pierre und Goergen Nicolas. Von diesen Gründungsmitgliedern weilt leider nur noch Frau Hornick Margot unter uns, welche immer noch aktives Mitglied in der Vereinigung ist.


Von 1955 bis 1964: Aufbau und Festigung der jungen Vereinigung unter den Präsidenten Weiler Pierre, Berscheid Jean-Pierre und Hermann Yvonne.

1964 bis 1984: leitete Herr Schuller Léon die Vereinigung.

1984: Übernahm Herr Hoffmann Roger dieses Amt.

1968: Schenkung des „Weissen Schlösschens“ von Berschbach an die Blindenvereinigung, durch Frau Hertha Winandy.

1970: Einweihung des „siège social“ in Bonneweg.

1970: Inbetriebnahme der Tonbandbibliothek

1971: Einführung der Blindenzulage, die 1979 in eine Schwerstbehindertenzulage ausgedehnt wurde.

1972: Einzug von 13 Erblindeten in das umgebaute „Weiße Schlösschen“.

1974: Brand und Wiederaufbau des „Weißen Schlösschen“.

1976: Einweihung einer ersten Vergrößerung des Blindenheims, mit 43 Zimmern. Das Haus war dazu bestimmt Blinden aus dem In- und Ausland als Ferienheim zu dienen, und trug den Namen
            „Internationales Blindenwohn- und -ferienheim“.


1984: Wegen abnehmender Zahl an Feriengästen, Änderung der Bestimmung des Heimes in ein Altenheim für Blinde. 1985: Änderung der Statuten der Blindenvereinigung: Verlegung des „siège social“ von
           Bonneweg nach Berschbach.


1986: Verkauf des Bonneweger Gebäudes an das Familienministerium.

1988: Einweihung einer zweiten Vergrößerung des Blindenheimes mit zusätzlichen 42 Zimmern.

1988: Erweiterung des Vorstandes auf 11 Mitglieder, wovon 4 sehende Personen sein müssen.

1990: Schaffung eines ambulanten Dienstes für die blindenspezifische Betreuung der Mitglieder zu Hause.

1991: Sehr schneller Zuwachs der Pflegebedürftigkeit der Bewohner des Blindenheims und kontinuierlicher Ausbau der Personalstruktur.

1992: Gründung einer Jugendgruppe

1998: Beginn der Bauarbeiten eines neuen Blindenheims mit 99 Zimmern in Berschbach.

2001: Eröffnung des neuen Blindenheims

2004: Eröffnung des „Bieschbecher Atelier“, einer Behindertenwerkstatt für junge Blinde und geistig Behinderte. Teilrestaurierung des „Weissen Schlösschens“ mit Erneuerung der zweiten Etage und Einrichtung von 5 Ferienzimmern.